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We Stay – Ausflug nach Immerath

Der beste Freund und ich waren in Immerath, einem Stadtteil von Erkelenz. Das besondere: es handelt sich um eine Geisterstadt. In der Mitte ragt die St. Lambertus-Kirche auf.

Die meisten Fenster sind mit Brettern vernagelt, andere zeugen bereits vom Verfall.

 

Warum Immerath eine Geisterstadt ist? Weil die Bagger kommen: direkt um die Ecke ist der Tagebau Garzweiler. Dort wird Braunkohle abgebaut. 2017 wird auch Immerath weichen müssen. Die Bewohner wurden längst umgesiedelt – nur einige blieben. Bis jetzt.

 

Irgendjemand hat „We stay“ an das Gebäude der Feuerwehr geschrieben. Die verrammelten Fenster sprechen eine andere Sprache.

 

Bei -3°C und eisigem Wind, der durch die Straßen pfiff, waren die Blümchen fast schon zynisch. Auch durch Kleidung und dicke Handschuhe fror man binnen weniger Minuten und wünschte sich, reale Sommerboten – keine aus Papier.

 

Leer waren die Straßen übrigens keineswegs. Nahezu im Minutentakt fuhren Autos hindurch, Spaziergänger mit Hunden und auch eine Familie mit zwei Ponys begegneten uns.

Sogar der Friedhof wurde geräumt umgesiedelt, nur einige alte Grabsteine sind geblieben.

Bald wird auch dieser letzte Rest den Baggern zum Opfer fallen.

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Arrival

Kurz vor Silvester ging’s im alten Jahr nochmal ins Kino.

Davor

Der Trailer sah nach einem vielversprechenden Alien-Actionfilm aus. Eine Explosion, riesige Raumschiffe, Soldaten… ein wenig wie „Independence Day“.

Dabei

Darum geht’s

Die Sprachenforscherin Dr. Louise Banks (Adams) wird vom FBI zur Hilfe gerufen, als an 12 Orten auf der Welt Raumschiffe landen. Sie soll zusammen mit dem Physiker Ian Donelly (Renner) eine Möglichkeit entwickeln, mit den Außerirdischen zu kommunizieren. Die beiden tauchen immer weiter in die fremdartige Sprache der Aliens ein. Doch politische Wirrungen erschweren den Prozess und die Schriftzeichen bergen ein Geheimnis…

Danach

7/10

Brauchte es nach „Independence Day“ einen weiterne Alien-Action-Film mit feindlichen Besuchern, die Städte zerstören, Menschen versklaven und Tauben erschießen? Nicht wirklich. Das gab’s schon so oft. Und da ist Arrival erfrischend anders: die Kommunikation mit den fremden Wesen ist das Hauptthema des Films aber auch die politische Ebene kommt nicht zu kurz.

Dafür erwartet einen eben ein ruhiger Film, der getragen wird von Dialogen – manchmal zäh, manchmal trocken-humorvoll. Die Bilder sind kühl und schlicht gehalten aber schön. Und Fans von überraschenden Enden und plötzlichen Wendungen kommen ebenfalls auf ihre Kosten. Nur die große Leinwand braucht’s nicht unbedingt um Arrival zu genießen. Der heimische Fernseher genügt völlig.

 

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2016 – Der obligatorische Jahresrückblick

Das war’s auch schon wieder mit dem Jahr.

Geschehen

Trump wird amerikanischer Präsident • Großbritannien entscheidet sich gegen die EU • Terror in Nizza und Berlin • Domian hört auf • Amoklauf in München • Putschversuch in der Türkei • ein Flüchtling stürmt mit einer Axt in einen Zug • Hunderte Frauen werden Silvester betatscht und bedrängt • Amoklauf in einem Club für Homosexuelle in Orlando • Jan Böhmermann beleidigt Erdogan • Endlich hat DiCaprio den Oscar • Prince, Alan Rickman, Leonard Cohen und Guido Westerwelle sterben •

Gesehen

Ich habe 13 Filme im Kino gesehen, 2 weniger als 2015. Einen richtigen Lieblingsfilm habe ich dieses Jahr gar nicht. Am Besten gefallen haben mir Dr. Strange und X-Men: Apocalypse, von denen war ich am ehesten positiv überrascht. Enttäuschend fand ich Die Unfassbaren 2 und Jason Bourne, da sie mit den Vorgängern am allerwenigsten mithalten konnten. Allerdings fand ich das Kinojahr generell eher durchwachsen – für 2017 wünsche ich mir viele, viele deutlich bessere Filme  ich möchte mal wieder was anderes im Kino sehen als Marvel. 

Serienmäßig habe ich ziemlich viel ziemlich wild durcheinander geguckt. Da wären 2 1/2 Staffeln Hannibal, eine Staffel True Detectives, 5 1/2 Staffeln Supernatural, 1/2 Staffel The Walking Dead und nun flimmert gerade Dr. House durch mein Wohnzimmer. Mal schauen, wie lange ich da durchhalte. Eine Lieblingsserie könnte ich auch gar nicht benennen. Bei Dr. House fällt mir gerade auf, wie anders man eine Serie wahrnimmt, wenn man älter wird. Lag vor einigen Jahren, mit Anfang 20, mein augenmerk noch auf dem Humor, geht’s mir jetzt eher um die medizinischen Details.

Gehört

Ein Konzert habe ich besucht: beim Bochum Total spielte die Folk-Rock-Band Threepwood ’n Strings. Meine Mutter hatte diese ein paar Wochen zuvor gesehen und wollte gern nochmal hin. Ansonsten ging ziemlich viel der Musik an mir vorbei. Ich mochte Take me to church von Hozier und aktuell höre ich gern stressed out von 21 Pilots.

Gelesen

Ich habe so wenig Musik gehört, weil in meinem Auto soviele Hörbücher liefen. Gut gefallen haben mir Zero und Blackout von Marc Elsberg sowie Extinction von Kazuaki Takano. Ich bestellte mir außerdem eine große Frank-Schätzing-Box und bereute es, während ich mich durch Limit quälte. Danach hatte ich eigentlich keine Lust mehr auf Schätzing aber auch keine Alternative. So nahm ich mir als nächstes Der Schwarm als Hörspiel vor – damit machte Schätzing einiges wieder gut.

Zu Hause lese ich lieber etwas leichtes, lustiges. Das waren dieses Jahr wieder einige Bücher. In Erinnerung geblieben ist vor allem Das wird ein bisschen weh tun von Stefan Schwarz. Derzeit lese ich Sucht von Simon Borowiak, das gefällt mir auch ausgesprochen gut.

Gespielt

Es ging deutlich weniger Zeit für Computerspiele drauf, allerdings entdeckte ich drei großartige Spiele: This War of Mine ist ein Kriegsspiel. Man spielt aber keinen schwer bewaffneten Soldaten sondern steuert eine Gruppe Zivilisten, die versuchen in einer belagerten, zerbombten Stadt zu überleben. Nahrungsmittelbeschaffung wird zu einem riesigen Problem, eine Erkältung kann den Tod bedeuten und ein Bett ist Luxus. Absolut deprimierend und sauschwer.

In Life is Strange geht es um ein Mädchen, das feststellt, dass es die Zeit zurückdrehen kann. Der Spieler trifft moralische Entscheidungen und treibt dadurch die Story voran. Diese macht auch den Reiz des Spiels aus: es ist unglaublich spannend, leicht melancholisch und läd dazu ein, immer wieder zu spielen.

Außerdem verbrachte ich einige Stunden mit Don’t Starve, einem Spiel bei dem es hauptsächlich um das Sammeln von Nahrungsmitteln und Rohstoffen geht, um daraus Werkzeuge zu entwickeln und zu überleben. Nachts krauchen nämlich Kreaturen herum. Die Grafik ist außergewöhnlich und niedlich, erinnert ein wenig an Tim Burton-Filme. Ich bin aber wohl keine besonders gute Spielerin, obwohl ich Unmengen YouTube-Tutorials gesehen habe – an der Umsetzung hapert es wohl.

Gekauft

Ich habe mir eine neue Kamera zugelegt, nachdem die alte zickig wurde. Außerdem einen Schuhschrank und jede Menge Ohrringe – die dafür benötigten Löcher habe ich mir nämlich im März stechen lassen. Mein kleines Auto brauchte neue Bremsen, Reifen und der Anlasser versagte, das war so ziemlich das teuerste dieses Jahr. 

abGebildet

Da ich ein neues Handy bekam, sind viele der Bilder irgendwie fehlerhaft. Ein paar habe ich aber retten können:

 

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