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Meine erste Sportverletzung!

Ich habe ein Aua und es ist auf Grund von Sport entstanden. Wie lautete nochmal der schlaue Spruch? Sport ist nur die halbe Wahrheit. Die ganze ist ‚Sportverletzung‘.

Ich war schwimmen. Das ist insofern verwunderlich, dass ich keine Wasserratte bin und „schwimmen“ bei mir bestenfalls bedeutet „nicht untergehen“. Mit „Strecke zurücklegen“ hat das Gepaddel nur rudimentär zu tun, daher zieht es mich auch nur alle paar Jahre mal in die Badeanstalt. Hinzu kommt noch: das Ruhrgebiet ist sehr strukturschwach – ergo: wir haben kaum öffentliche Bäder, in Hattingen gibt’s m. W. n. im Moment gar keins. Das geografisch nächste Bad ist eines am Kemnader See in Witten, das allerdings ein Spaßbad ist. Meine emotionale Haltung zu diesen Örtlichkeiten möchte ich von Herbert Knebel darstellen lassen:

(das von ihm erwähnte „Wananas“ ist vor einigen Jahren abgebrannt – was bei einem komplett mit Wasser gefüllten Ort schon irgendwie absurd ist).

Die Situation in meinem Blut… äh, Spaßbad stellte sich so da, dass der Badespaß etwa das 5fache von dem kostet, was es bei meinem letzten Besuch tat. Gut, da habe ich noch in D-Mark bezahlt. Dafür bekommt man aber auch deutlich weniger: ein Becken wurde wegrationalisiert und steht jetzt nur noch im Sommer zur Verfügung. Schwimmen war wegen des Platzmangels also nur in Maßen möglich.

Nun zu meinem Unfall: Ich bin ausgerutscht. Auf dem Rückweg zum Auto. Auf dem teilweise vereisten Parkplatz. Ich hatte eine Tasche dabei, durch Badetücher dick und weich gepolstert. Statt auf diese zu fallen, warf ich sie aber elegant von mir und landete auf meinem Hintern – der ist auch dick und weich gepolstert, daher hielt sich der Schaden in Grenzen. Nicht so gut weg dabei kam mein Arm. Ich knallte darauf und rutschte wohl noch etwas über das Kopfsteinpflaster, spürte, wie meine Sehnen aufschrien und wusste schon „Ui, da ist was im Arsch!“. Ein Funktionstest erbrachte jedoch das Ergebnis, dass wenigstens nicht gerissen oder gebrochen ist.

Dennoch bin ich jetzt schon seit einer Woche ziemlich eingeschränkt. Die ersten Tage war es nur möglich, den Arm zu 90° anzuwinkeln + ein paar Grad Bewegungsspielraum. Aber den Arm ausstrecken oder anwinkeln, dass es zum Beispiel zum Essen reichen würde, ging nicht. Mittlerweile geht es wieder einigermaßen, schwere Dinge heben und Drehungen sind aber noch nicht möglich und bei einigen Bewegungen fühlt es sich an, als würde eine Sehne über den Knochen schnalzen – das tut nicht weh, ist aber… unnormal.

Wenn es nicht besser wird, muss ich wohl nächte Wochen zum Arzt. Und der wird mich garantiert zum Röntgen überweisen und danach zum Orthopäden. Ach, was freu ich mich schon auf die Zeit in Wartezimmern und den Ärzte-Marathon. Vermutlich mit dem Ergebnis, dass ich Diclofenac draufschmieren und warten soll.

 

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Split

Ich habe meinen besten Freund ins Kino geschleppt. Damit’s finanziell ausgeglichen ist, hat er dafür Thunfischsteak gemacht – das ist tatsächlich genauso teuer wie zwei Kinokarten aber auch sehr lecker und gesund.

Davor

Auf Split war ich ja gespannt, seit ich den ersten Trailer sah. Dafür verantwortlich ist weniger M. Night Shyamalan – ich habe immer wieder das Gefühl, The Sixth Sense sei das sprichwörtliche Korn vor dem Schnabel des sehbehinderten Hühnervogels gewesen – als viel mehr James McAvoy. Der ist mir schon in Drecksau sehr positiv aufgefallen, ich würde ihn wirklich sehr gern in schwierigeren Rollen als der des gelähmten Mutanten in X-Men sehen.

Dabei

Darum geht’s

Casey (Taylor-Joy) wird zusammen mit zwei Klassenkameradinnen von einem Mann (McAvoy) entführt und in einem eigens dafür vorbereiteten Raum eingesperrt. Schnell wird dem Zuschauer – und kurz darauf auch den gefangenen Mädchen – klar, dass der Mann an einer dissoziativen Identitätsstörung, besser bekannt als „multiple Persönlichkeiten“, leidet. Casey beginnt, Kontakt mit einer Persönlichkeit, die sich als 9jähriger zu erkennen gibt, aufzunehmen, in der Hoffnung dies zur Flucht nutzen zu können. Währenddessen beginnt die Psychologin, zu der die Persönlichkeiten gehen, zu ahnen, dass Unheil droht…

Danach

7/10

Ich muss sagen, dass ich etwas enttäuscht war und das eingetreten ist, was ich befürchtet habe: M. Night Shyamalan hat’s versaut. Keine Frage – Split ist spannend bis zur letzten Minute, gleitet aber übertrieben in das Horror-Genre ab. die Möglichkeiten des menschlichen Gehirns und der Psyche sind faszinierend und abgründig genug – es braucht keine Monstergeschichten um Spannung zu erzeugen.

McAvoy brilliert in dieser Rolle. Anfangs wird bei Persönlichkeitswechseln noch viel mit Kleidung und Kameraperspektive gearbeitet aber gegen Ende fehlen diese Requisiten. Was McAvoy daraus macht ist großartig und wäre wenigstens eine Oscarnominierung wert gewesen -schade, dass es keine gegeben hat.

Ich hätte diesen Film wirklich gern von jemandem gesehen, der weniger hinzugedichtet und nicht den Touch des Übernatürlichen gesucht hätte. Jemandem, wie Fincher (Fight Club, Sieben), der weiß, wie man aus dem Talent eines Schauspielers genug rausholt, dass es keine Schreckszenen mehr braucht, um den Zuschauer bei Laune zu halten.

Wen Monster nicht stören: auf ins Kino. Wer Psychothriller bevorzugt oder Wert auf Realismus legt: spart euch den Besuch.

 

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Ein Tier für mir… äh, mich.

Ich bin jetzt seit fast vier Jahren tierlos und ich merke immer mehr, wie mir etwas Lebendes um mich herum fehlt. Der Versuch, das fehlende Leben durch Pflanzen zu bekommen… nun, ich lasse ein Bild für sich sprechen:

Ich habe kein Händchen für die floralen Gesellen und kann auch nicht viel mit ihnen anfangen. Sie sehen nett aus – einige von ihnen – aber sie machen ja nichts, außer Arbeit. Ein Garten wäre für mich nur eine Bürde. Also: ich möchte ein Tier.

Der Favorit: die Muschikatze

Ich bin kein expliziter Katzenmensch, Hunde mag ich auch. Ich gehe auch gern mal Gassi und spiele Ball werfen. Aber die Betonung liegt auf „mal“. Jeden Tag mindestens 3 – 4x raus müssen, bei Wind und Wetter – das wäre nichts für mich. Immer eine Betreuung brauchen, wenn ich mal was machen möchte? Nein. Ich bin ein Katzenmensch weil ich zu bequem bin, um einen Hund zu halten.

Daher wären ein bis zwei Katzen ideal für mich. Kleintiere möchte ich auf Grund des Käfig-Faktors nicht mehr – ich möchte meinen ganzen Wohnbereich mit dem Tier teilen. Auf dem Sofa liegen, streicheln, begrüßt werden, wenn ich heim komme. Ich möchte eine alte, verrückte Katzenlady werden.

Das Problem dabei ist meine Wohnung. Sie bietet schlicht und ergreifend nicht genug Platz. Nicht mal für das Tier selbst sondenr für das benötigte Katzenklo. Mein Badezimmer ist winzig, dort kann ich es auf keinen Fall unterbringen und neben einem Katzenhäufchen essen oder schlafen möchte ich nicht. Wäre da nicht der Balkon. Ich habe jetzt ins Auge gefasst, von einem Glaser eine Katzenklappe im Glas der Balkonrür anbringen zu lassen. Dadurch würde dieser Teil nicht mehr nur zur Aufbewahrung der Pflanzenleichen und gelben Säcke dienen, sondern einen richtigen Zweck erfüllen: Beherbergung der Katzentoilette.

Ich ziehe in Erwägung, eine ältere Einzelkatze aus dem Tierschutz aufzunehmen. Was ich auf keinen Fall möchte sind Kitten. Die sind zuckersüß, ja, aber ich würde bim Versuch der Erziehung und meine Wohnung beschädigungsfrei zu halten, einen Herzinfarkt bekommen. Wenn ich es hinbekomme, meine Wohnung katzengerecht und trotzdem noch ansehnlich einzurichten, werde ich mich mit einem Tierschutzverein in Verbindung setzen und mal schauen, wie es mit heimatlosen Tieren aussieht.

Mein Favorit ist übrigens eine Maine Coon. Ich mag große Katzen sehr gern – am Liebsten wäre mir eine im Tigerformat.

Zweite Wahl: Triops. Ich mein das ernst.

Triops… waren das nicht diese Dinger, die es im YPS-Heft gab, diese Urzeitkrebse? Ja. Auf dem Heft waren süße Krebse mit Stielaugen und Schleifchen abgebildet und letztendlich bekam man schleimige Mehrzeller in trüber Brühe, die man dann im Klo..? Ja. Genau die. Warum sollte irgendwer ausgerechnet sowas halten wollen? Weil Triops aussehen wie kleine Aliens, wenn sie ausgewachsen sind und nicht schon vorher den Weg ins Klo finden. Weil sie ein sehr ausgeprägtes Sozialverhalten haben, das zwischen „verstehen uns prächtig“ und „Kannibalismus“ schwanken kann. Weil sie extrem schnell die Stadien ihrer Entwicklung durchlaufen (und am Ende gar nicht mal so klein sind). Und weil ein Aquarium schon ein sehr hübsches Dekoobjekt ist.

Der Forschergeist. Raupen.

Als Kind hatte ich Raupen zusammen mit ihren Futterpflanzen in Faunaboxen gesteckt, beobachtet, wie sie sich dick und rund fraßen, verpuppten und ein Schmetterling draus wurde. Deshalb erkenne ich viele der regionalen Raupen, weiß was sie fressen und, was aus ihnen wird. Außerdem findet sich unter dem frisch geschlüpften Schmetterling, dessen Flügel noch völlig verklebt sind, ein großer, roter Fleck. Mein Cousin schickte mir sogar mal welche davon zu. Es sieht aus wie Blut. Ich wusste jahrelang nicht, was genau das ist, bis ich einen Schmetterlingforscher fragte- nun, es ist… Kot. Schmetterlinge kacken also Blut. That’s the most metal thing, I’ve ever heard!

Warum nicht einige der putzigen Tierchen einsammeln, sich verpuppen lassen, fotografieren und am Ende in die Natur entlassen? Leider ist dieses Vergnügen nur von kurzer Dauer, da es nur wenige Monate überhaupt Raupen gibt. Einige buddeln sich zwar ein und überwintern im Boden aber auch das wird kaum ein spektakulärer Vorgang sein.

Klar ist auf jeden Fall: ohne Tier fällt mir die Decke auf den Kopf. Andere Frauen wollen Kinder, darauf kann ich geflissentlich verzichten. Interessanter Weise ist das eine in meiner Familie weit verbreitete Ansicht: weder meine Mutter noch meine Oma väterlicherseits fanden ihr Glück in der Mutterrolle. Meine Oma, die im Zirkus und Zoo gearbeitet hatte, formulierte es mal so: „Ich hätte lieber noch mehr Tiere als Kinder haben sollen. Meine Tiere haben mir immer mehr Freude bereitet als die Kinder.“

 

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